Der Wechselknieguss
Eine weitere Form der Kneipp-Güsse ist der Wechselknieguss. Dabei wird mit einem warmen Wasserstrahl begonnen und mit kaltem Wasser abgeschlossen, dies gilt im Übrigen bei allen Wechselgüssen.
Zunächst wird der warme Strahl von der rechten kleinen Zehe über die Rückseite des Beins bis zur Kniekehle geführt. An dieser Stelle pendelt der Wasserstrahl etwa fünf Sekunden lang hin und her. Danach wird er von innen nach unten geführt und dasselbe mit dem anderen Bein wiederholt. Der gesamte Teil des warmen Gusses wird anschließend noch einmal wiederholt. Auf diese Art und Weise werden beide Beine dann nochmals kurz mit kaltem Wasser begossen. Wichtig ist, dass Kniekehle und -scheibe nur kurz begossen werden, sofort im Anschluss folgt noch eine warme Behandlung.
Den Abschluss bildet ein kurzer kalter Guss, dem noch ein Begießen der Fußsohlen folgt. Diese Form der Güsse werden insbesondere bei Kuren gerne als erste Maßnahme empfohlen, da sie sehr wirksam sind. Die Verträglichkeit ist dabei ebenfalls sehr groß.
Bei chronischen Leiden am Knie dagegen hilft der verstärkte Wechselknieguss. Er hat sich mittlerweile als sinnvolle Behandlungsmethode für die ersten Stadien einer Arthrose erwiesen. Wichtig ist dabei, dass das Knie längere Zeit warm begossen wird. Es muss sich bereits eine Rötung gebildet haben, bevor mit dem warmen Guss aufgehört wird. Auch der Abschluss sollte bei chronischen Kniebeschwerden warm erfolgen, danach muss sich direkt abgetrocknet werden.
Wann wird der Wechselknieguss angewendet?
Der Wechselknieguss kann in vielen Fällen angewendet werden, so etwa bei müden und schweren Beinen. Er hilft ebenfalls, die Blutzirkulation anzuregen und somit den bekannten kalten Füßen vorzubeugen. Des Weiteren kann der Wechselknieguss nach stumpfen Knieverletzungen, sowie bei Arthrose an den Kniegelenken eingesetzt werden. Letzteres allerdings nur, wenn die Arthrose noch im Anfangsstadium ist. Bei einer Serienbehandlung kann der Wechselknieguss nach dem kalten Knieguss angewendet werden, um so die spürbaren Reize zu verstärken. Im ersten Stadium von Durchblutungsstörungen in den Beinen darf der Wechselknieguss ebenfalls angewendet werden.
Wann darf der Wechselknieguss nicht angewendet werden?
Nicht angewendet werden darf diese Form des Kniegusses bei erheblichen Durchblutungsstörungen in den Beinen. Auch bei Krampfadern sollte auf den Wechselknieguss verzichtet werden. Sofern akute Schübe von Kniegelenksarthrose auftreten, sollte von der Anwendung abgesehen werden. Gleiches gilt bei chronischen Erkrankungen im Bereich des kleinen Beckens, sowie bei einer leichten Anfälligkeit Blasenentzündungen gegenüber.
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