Der kalte Schenkelguss
Beim kalten Schenkelguss ist wieder auf warme Füße zu achten. Außerdem sollte man auf einem Rost stehen, damit die Füße nicht im kalten Wasser stehen müssen. Begonnen wird auch hier wieder bei der rechten kleinen Zehe, danach folgt der Strahl der Außenseite des Beines und geht über die Hüfte und den Darmbeinbogen. Hier wird der Strahl mehrfach hin- und hergeschwenkt und dann an der Innenseite des Beins wieder hinabgeführt.
Im zweiten Schritt wird der Strahl von der linken kleinen Zehe über die Außenseite des Beines bis zur Hüfte geführt. Dort wird kurze Zeit verweilt, direkt unterhalb des Gesäßes wird einmal zur rechten Seite gewechselt und nochmals verweilt. Danach geht es wieder auf die linke Seite, nach einem kurzen Verweilen kann der Strahl an der Innenseite des Beins wieder nach unten geführt werden.
Im nächsten Schritt erfolgt die Behandlung der Vorderseite der Beine. Dabei wird wieder rechts begonnen, von der kleinen Zehe über die Außenseite des Beins geht es bis zur Hüfte, auf dem Weg nach unten, kurz unter den Leistenbeugen wird der Wasserstrahl kurz hin- und hergeschwenkt. An der Innenseite des Beins führt man den Strahl wieder nach unten. Danach folgt das gleiche Spiel auf der linken Seite, beim Hinabführen wird jedoch etwa in der Mitte der Oberschenkel kurz die Seite gewechselt. Dort bleibt der Strahl kurze Zeit, bevor er wieder nach links geht und kurz verweilt. Danach wird der Strahl an der Innenseite des Beins nach unten geführt.
Zum Abschluss werden die Fußsohlen begossen. Wichtig ist, dass nur zwischen den Zehen die Haut richtig abgetrocknet wird, an den Beinen werden die Tropfen nur abgestreift. Am besten werden gleich dicke Socken angezogen und man bewegt sich, um sich wieder aufzuwärmen.
Wann wird der kalte Schenkelguss angewendet?
Der kalte Schenkelguss wird angewendet, um die Blutzirkulation lokal zu kräftigen und eine Abhärtung im Rachenraum zu erreichen. Ebenfalls kann er bei Störungen in der Regulation des Blutdrucks, sowie bei gefäßbedingten Kopfschmerzen angewendet werden. Hitzegefühle, Beschwerden an den Venen, Muskelkater und stumpfe Verletzungen sind ebenfalls typische Anwendungsgebiete. Bei einer längeren Behandlung nach Kneipp eignet sich der kalte Schenkelguss als Reizsteigerung.
Wann darf der kalte Schenkelguss nicht angewendet werden?
Sofern arterielle Störungen der Durchblutung in den Beinen gegeben ist, sollte auf die Anwendung des kalten Schenkelgusses verzichtet werden. Gleiches gilt, wenn die Patienten dazu neigen, Erkrankungen an den Organen im Bereich des kleinen Beckens zu bilden. Weiterhin sollte der kalte Schenkelguss nicht während der Menstruation oder bei bestehenden Schmerzen, die vom Ischias stammen, angewendet werden. Sofern Infekte der Harnwege vorliegen, ist von der Behandlung ebenfalls abzusehen, was genauso für Verletzungen gilt, die frisch oder offen sind.
Die Wirkungen des kalten Schenkelgusses
Der kalte Schenkelguss reguliert den Blutdruck und wirkt entstauend. Außerdem erweitert er die Arterien, wodurch die Durchblutung der Beine unterstützt und gekräftigt wird. Kräftigend wirkt sich die Behandlung auf die Venen aus und kann ebenfalls den Schlaf fördern. Die Rachenschleimhaut wird ebenfalls besser durchblutet.
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